District 9
Science-Fiction
Über den Film hatte ich mich im Vorfeld kaum informiert. Ich stieß darauf, als ich die TV Spielfilm durchblätterte. Die gute Kritik wurde überflugsmäßig gelesen. Der Film machte keinen schlechten Eindruck. Er handelt von Aliens, die auf der Erde in einem Bereich, der einem Flüchtlingslager oder vielmehr einem Slum gleichkommt, gezwungen werden zu leben. Ich wollte ihn mir ansehen, also machte ich mich auf zu der Internetseite eines Kinos. Zu meinem Überraschen wurde auch die Original Version (also mit englischer Sprachausgabe) ausgestrahlt. Natürlich fand ich das gut, aber …hm, wieso zeigen die so einen unbekannten Film in der OV und Filme, wie Inglorious Basterds nicht?! Find ich irgendwie komisch, aber naja, ich sammelte mir dann ein paar Freunde zusammen und wir schauten uns den Film an.
Erstmal zur Handlung: Im Jahr 1982 erscheint ein riesiges Raumschiff direkt oberhalb von Johannesburg in Südafrika und bleibt regungslos. Keiner weiß wieso es hier ist und wieso sich nichts mehr tut. Es vergeht einige Zeit bis sich die Menschen zum Raumschiff aufmachen und es betreten. Dort finden sie mehr als eine Millionen kränkliche Außerirdische. Diese werden darauf auf den Erdboden gebracht und gegen ihre Willen in das für sie errichtete Auffanglager (District 9) gesteckt und dort festgehalten. Hier leben sie unter sich, aber verschaffen sich dennoch Zugang zu Johannesburg, was allmählich zu Konflikten mit der dort hausenden menschlichen Bevölkerung führt.
Der Film setzt 28 Jahre nach dem Auftauchen der Aliens, die “Prawns” genannt werden, an, also 2010. Die Zahl ihrer Bevölkerung ist auf 1,8 Millionen angewachsen (was bei der menschlichen Bevölkerung von Johannesburg von um die 3 Millionen Menschen fast 40% der Gesamtbevölkerung ausmacht) und die Auseinandersetzungen sind immer noch nicht verschwunden. Der Privatkonzern MNU (Multi-National United), der für die Überwachung der Außerirdischen zuständig ist, beschließt die Prawns umzusiedeln; 240 km außerhalb von Johannesburg, in den neu erbauten District 10, wo sie angeblich auch unter besseren Bedingungen leben sollen. Die Mitarbeiter von der Firma werden dann ausgesendet um die Außerirdischen auf ihre Umsiedlung vorzubereiten.
Mehr will ich nicht zu Story sagen, weil ich nichts verraten will. Im Nachfolgenden werde ich Kommentare über spoilernde Sachen auch unterbinden.
Nunja, wie ich District 9 fand? Ich war ziemlich begeistert, und würde jedem empfehlen den Film anzusehen, der nicht gerade ein schwaches Gemüt hat. Denn er ist nicht gerade zimperlich, die Action ist heftig, aber spannend. Es ist dennoch kein Mainstream Kino, wie z.B. Transformers. Zuerst hat mich das Szenario ziemlich beeindruckt, und es wirkt noch nicht mal unrealistisch, der gesamte Film wirkt sehr authentisch. Vor allem die dreckige Atmosphäre in den Slums bzw. die allgemeine Atmosphäre ist sehr gut umgesetzt. Man kann sich richtig reinfühlen. Die Prawns wurden genial entworfen und so perfekt in das Bild mit eingefügt, dass man annehmen würde, sie würden wirklich im Film mitspielen. Die Schauspieler machen ihren Job einwandfrei (ich gehe jetzt von der englischen Fassung aus) und ich empfand die Dialekte der verschiedenen ethnischen Gruppierung gut umgesetzt. Dazu ist die Handlung noch 1a.
Was District 9 aber so einzigartig macht, sind die verschiedenen Kameraperspektiven. Zu Beginn war ich ein wenig überrascht als der Film wie eine TV Dokumentation begann, mit Interviews und Livebildern inklusive; doch nach einer Minute fand ich es gelungen. Später wird er auch in Form von Fernsehteamaufnahmen und auch normalen Aufnahmen präsentiert.
Außerdem spielt der Film mit der Ausgrenzung der Aliens auf die Apartheid in Südafrika an, was ich auch ziemlich außergewöhnlich genial finde.
Insgesamt hat District 9 meine Erwartungen mehr als übertroffen. Der Film ist einfach bombastisch. Er vereint grandiose Action mit beklemmender Atmosphäre und einer spannenden Handlung, die zum Nachdenken anregen soll.
Definitiv der beste Film des Jahres 2009.
Eigentlich hatte der Produzent Peter Jackson mit dem Regisseur Neill Blomkamp vor das Videospiel “Halo” zu verfilmen. Dies wurde dann aber auf Eis gelegt, weil die Chefs der Studios einem Newcomer wie Neill Blomkamp nicht ein so großes Budget zur Verfügung stellen wollten. Da aber District 9 ziemlich gut ankam und derzeit ein Einspielergebnis von $ 204 Millionen besitzt (die Produktionskosten betrugen nur $ 30 Mio.) wird es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis Halo in die Kinos kommt. Dennoch bezweifle ich stark, dass Halo besser als District 9 wird, schon allein deswegen weil Halo nicht mit so einer authentischen Story auftrumpfen kann.
Hier habe ich noch einen Trailer zu dem Film. Da ich selbst überhaupt keine Spoiler mag, habe ich einen ausgewählt der nicht so viel (!!!) zeigt, wie andere Trailer zum Film. Leider hab ich kein deutsches Äquivalent dazu gefunden, die deutschen Trailer spoilern alle viel zu enorm.


Beautiful Disaster
Ich fand den Film auch ziemlich gut, für mich zwar nicht der Beste 2009 (das ist ganz klar “Inglourious Basterds” :) ), aber trotzdem ein kleines Meisterwerk…
Es ist halt kein “08/15 Alien-Blockbuster” ala “Indpendence Day”, sondern ein tiefgehender Film, der die oben angesprochene “Apartheid” (Rassentrennung) behandelt, die sich ja immer wieder durch unsere Weltgeschichte gezogen hat. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass die Story ein realistisches Szenario für die Zukunft sein könnte. (Falls uns die Herren denn mal besuchen sollten :)
Ich kann mich der Meinung von “Trayzard” ganz klar anschließen, einzig über das Design der “Shrimps” lässt sich meiner Meinung nach streiten…
Alles in allem aber ein Top-Film !!!
Hallo Ron,
habe mir deinen Bericht (Review) angesehen, finde ihn sehr gelungen, weiter so. Zum Inhalt des Filmes: Er war für mich stellenweise zu brutal inszeniert. Ausserdem glaube ich, dass eine so technologische hochstehende Rasse wie die Prawns in dem Getto sich anders verhalten hätten. Von den Millionen sind nur 2, die wirklich herrausragen, etwas zu wenig.
Spoiler! Weiterlesen auf eigene Gefahr!
Haridas
“Ausserdem glaube ich, dass eine so technologische hochstehende Rasse wie die Prawns in dem Getto sich anders verhalten hätten.”
Es wird im Film erwähnt, dass es sich beim Großteil der Prawns um
(dumme) “Arbeiter” handelt, und nur ein geringer Teil ist intelligent genug ist um z.B. das Raumschiff zu fliegen. Die Rasse mag zwar hochtechnologisiert gewesen sein, aber wie immer gibt es Unterschichten, die nicht diese Technologie erschaffen haben.
Der Großteil der Aliens war primitiv.
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“Von den Millionen sind nur 2, die wirklich herrausragen, etwas zu wenig.”
Der Film fixiert sich ja auch nur auf bestimmte Augenwinkeln. Was die anderen Aliens machen, erfährt man ja nicht. Natürlich gibt es wohl andere Nebenaktivitäten, nur diese werden nicht im Film aufgezeigt, weil sie sich nicht auf die Hauptcharaktere auswirken.
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Spoiler! Weiterlesen auf eigene Gefahr!
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