The Private Life of Sherlock Holmes
Britische Satire
In seinem “neuesten Abenteuer” geht Sherlock Holmes unter anderem dem Geheimnis von Loch Ness auf den Grund, selbstverständlich zusammen mit seinem Arzt und Freund Dr. Watson. Allerdings verläuft diesmal nicht alles reibungslos.
Jahr: 1970
Land: Großbritannien
Länge: 120 min
Regie: Billy Wilder
Den Film schaute ich gestern zum zweitem Mal im Fernsehen an, diesmal ohne Werbung auf Arte (Übrigens ein Sender den manche als “uncool” empfinden aber gerade für Cineasten ein Muss im deutschen TV). Egal, den Film würde meiner einer als “Klassiker” bezeichnen. Zwar ist er “nur” aus den 70ern, aber niemand geringeres als Altmeister und Regie-Zyniker
Billy Wilder hat ihn gedreht. Für alle Banausen und die neue Generation unter uns, von diesem Mann stammen Meisterwerke wie “Sunset Boulevard” oder “Some Like It Hot”. Wenn euch das nichts sagt, beweist das nur wie alt ich bin. Unglaubliche 22 Jahre.
Umso mehr ist diese sehr freie Sherlock Holmes Adaption ein Werk, das durch verschiedene Dinge hervorsticht. Zum einem die handwerkliche Ebene: Kameraführung, Austattung, Musik etc. sind schlichtweg perfekt. Das Produktions-Design stammt übrigens von niemand geringerem als Alexander Trauner, schon wieder ein Name, den nur wahre Movie-Freaks kennen, die nicht nur die neuere Filmgeschichte verfolgen. Glaubt mir einfach, in Punkto Äußerem kann man dem Stück Zelluoid absolut nichts vorwerfen. Inhaltlich geht das Ganze eher satirische Wege, denn der Meistedetektiv aus der Baker Street wird hier zwar nicht hemmungslos parodiert, aber seine Unfehlbarkeit geht dennoch flöten. Auch die “Holmes Klischees” wie Drogensucht, Homosexualität und so weiter werden persifliert. Desweiteren gibt eine ebenso spannende wie amüsante Erklärung für den Loch Ness Mythos. Nur so viel: Holmes’ Bruder Mycroft (Christopher Lee) hat seine Finger im Spiel. Wer also nichts gegen “alte” Filme und ein intelligentes Spiel um Schein und Sein hat sollte sich den KLASSIKER ruhig mal ansehen.
Fazit
Für mich einer der schönsten Holmes-Filme. Die klassische Dramaturgie wird durch fein abgewogene Ironie gebrochen und nebenbei erlebt man “geplegte Nostalgie” vom Feinsten.
Note 1

Beautiful Disaster
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