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Synchronisation via Google od. “der neue Google-Fanboy”

Kontakte. Mails. Termine.
Klingt nach Business, richtig?
Stimmt fast. Ich habe zwar jetzt mein Netbook und auch meinen “großen” Laptop hier in meiner Studienstadt, aber es ist einigermaßen schwierig, Daten und so weiter lokal auf einem einigermaßen gleichen Stand zu halten. Also musste Abhilfe her; doch wo findet man die? Die Antwort auf die zunehmenden Synchronisationsschwierigkeiten mit Conduit und Unison auf Linux und die weitere Erschwernis von Sony Ericsson, ihre Software für mein Mobiltelefon nur für Windows und Mac herauszugeben, zwang mich zum Finden einer Lösung.

Die Wolke

Heutzutage liegt alles im Internet habe ich gehört. Klar, Sicherheit ist ein anderes Thema. Und man findet bei genauerer Betrachtung noch einige weitere Schwachpunkte, wenn man nur lange genug hinsieht. Aber man kann nicht verneinen, dass ein Teil der Zukunft und bereits unmittelbaren Gegenwart sich in der Cloud (engl. Wolke) befindet. Damit meint man die Auslagerung von Daten zur Synchronisation auf externe Server beziehungsweise von Diensten dritter Parteien. Zahlreiche Dienste bieten Synchronisationsmöglichkeiten und Speicherplatz für wenig bis gar kein Geld, kostenpflichtig sind meist größere Speicherpakete oder zusätzliche, exotischere Dienste.

Out off bounds

Aber wo beginne ich bloß? Ich fragte mich also, was praktisch wäre. Nachdem ich einige Zeit lokal herumgemurkst hatte, zahlreiche Einstellungen versehentlich überschrieben hatte, config-Files von Linux durch die Gegend kopiert hatte und langsam aber ziemlich sicher die Nerven zu verlieren begann, musste eine sinnvolle Lösung her.
Begonnen hatte der ganze Schlamassel mit der Tatsache, dass Evolution nur ein Adressbuch, einen Kalender, ein Verzeichnis für Tasks und so weiter mit einer Standardbezeichnung versieht (“System”) und die restlichen Ordner hässliche Namen verwenden (= Buchstaben und Zahlenkombinationen) war eine Synchronisation zum scheitern verurteilt, da in dieser Bezeichnung auch der Computername abgelegt wurde. Dies führte natürlich dazu, dass meine Kalender zwar auf beiden Rechnern waren, aber von dem jeweils anderen Rechner nicht erkannt und eingelesen wurden. Schlecht.
Der nächste Versuch war es, möglichst alle Resourcen auf den Systemteil zu reduzieren. Auch dies gelang mit mäßigem Erfolg und war erfahrungsgemäß nicht sinnvoll, da so Geburtstage mit meinem Stundenplan zusammenfielen; ergo schwachsinnig.
Es musste eine richtige Synchronisation der Daten her, nicht nur eine der Ordner und Dateien. Diese gab es auf Google. Ganz ohne googeln.

Into the cloud

Google bietet mir die Möglichkeit meine Kontakte, meine E-Mails und meine Termine über ActiveSync per Push zu synchronisieren. Oder in einfachen Ausdrücken: Wenn sich am Handy etwas ändert, wird dies dem Server automatisch mitgeteilt und umgekehrt. So bleibt mein Adressbuch, mein Terminkalender und mein Postfach auch unterwegs am neuesten Stand. Praktisch? Nein. Sogar lebensrettend. Mein Leben ist chaotisch. Das Chaos ist mit mir, durch mich und bei mir. Mit nur einem Blick auf mein Handy weiß ich, wo und wann meine nächste Vorlesung an der Uni ist. Ich weiß, welcher Kurs verschoben wurde. Ich weiß, dass ich von der Warteliste auf einen Fixplatz promotet worden bin. Kurz: Auch während ich mir mein Leben beim Kaffeeschlürfen (für mich nur Kakao, danke) mit Freunden in irgendwelchen Bars verbringe, oder auf einem scheinbar sinnlosen Entspannungsspaziergang bin, ich habe eine abgespeckte Version meines Büros griffbereit.

Link the net

Aber da bleiben ja noch Dinge übrig, die man synchronisieren könnte. Dateien, aber fast noch wichtiger: Lesezeichen. Wir arbeiten heutzutage alle entweder mit Lesezeichen (sinnvolle Variante) oder suchen die gewünscht Internetadresse jedes Mal über eine Suchmaschine - wobei wir in den meisten Fällen wieder bei Google wären aber egal -. Für eine Synchronisation der Lesezeichen hätte ich mich gerne ebenfalls auf Google verlassen, um nicht noch ein meiner Ansicht nach überflüssiges Konto anlegen zu müssen. Leider wurde die Unterstützung für Google Bookmarks auf Basis von Firefox bis auf die Google Toolbar eingestellt. Bedauerlich. Das hieß also einen weiteren Anbieter suchen. Ich testete delicious.com, war aber aufgrund der Tagsuche absolut unbegeistert. Wenn ich Schlagwörter für einen Begriff hinzufüge, will ich auch im Browser nach einer Kombination aus Wort A und Wort B suchen können. Nicht nach Wort A ODER Wort B. Dies ist definitiv verbesserungswürdig. Der klare Sieger hieß also in diesem Fall xmarks, wie die frühere foxmarks-Erweiterung für Firefox heute heißt. Damit funktioniert alles hervorragend und ich kann (noch?) keine Klagen anbringen.

What’s in the box

Blieben also nur noch die Dateien. Ich habe vor kurzem einen Artikel gelesen, dass eine einfache Synchronisation von Dateien mittels Ubuntu One bald auf Ubuntu Rechnern möglich sein soll. Klingt interessant, aber bedauerlicherweise nicht interessant genug. Dropbox erfüllt diesen Zweck bereits jetzt herausragend gut und stützt sich dabei nicht nur auf Fedora & Ubuntu Linux, sondern auch auf Windows, Mac und das iPhone. Damit sehen die Marktchancen einer auf Linux als primären Plattform bezogenen Idee in dem Fall wohl nicht so rosig aus.

Lock the box

Und falls sich abschließend noch jemand über die Sicherheit wundern sollte und des Englischen mächtig ist, so sollte er sich folgenden Artikel von howtogeek.com durchlesen, denn ich verwende die Linux-Variante dieses hübschen Programms. (Securely Store Your Passwords with KeePass)

Synopsis

Was habe ich aber davon? Wenn ich in der Dropbox arbeite, sind meine Dateien synchron. Wenn ich in Firefox gearbeitet habe, nehme ich meine Lesezeichen auch unterwegs mit dem Netbook mit. Und Google ist sowieso up-to-date. Synchronisation durchgehend. Jetzt werden sich einige Leser denken, dass hier doch auch Nachteile enthalten sein müssen.
Richtig.
Die gibt es; und nicht zu knapp.

  • Die Akkuleistung von meinem w980i geht spürbar schneller zu Ende.
  • Ohne einen Tarif mit akzeptablen integrierten monatlichem Datentransfermodell (ab 10 Megabyte meiner Meinung nach) wird die Sync-Aktion auf Dauer wohl zum teuren Spaß
  • Ohne Internetverbindung, also zum Beispiel im hintersten Tal, ist natürlich die ganze Synchronisation machtlos
  • Datenschutz. Wie war das nochmal mit den Sicherungskopien aller Transferdaten? Ich gebe zu, ich weiß es nicht. Aber da war doch was? Besonders für Leser aus Deutschland ;)
  • Google, die Datenkrake. Ah, ja. Bloß… eure Freunde sind schon längst bei gmail.com, haben eure ganzen Daten bereits hergegeben, euer Anteil ist also bloß noch unwesentlich. Schon paranoid? Nein? Vielleicht hilft dann das hier weiter, eine gesunde Paranoia zu entwickeln.

Übrigens danke an Angandi für das Video

  1. @letzten Punkt “google”: ..Googlezon? … ich hab Angst :(

    Hm, aber ich glaube Twitter wird alle pwnen xD

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