Der Weg in die Schatten – Review
Meine neueste Errungenschaft im Bereich der Belletristik dreht sich um Mord und Totschlag und Intrigen und Sterben. Halt. Moment. Streichen wir mal den Totschlag, denn per Definition ist Totschlag ja eine Tötung, die nicht absichtlich geschieht, beispielsweise im Affekt; dies ereignet sich im Werk von Brent Weeks nämlich nicht. Hier geschieht drastisch ausgedrückt alles Sterben nach dem Masterplan, auch wenn der Leser lange Zeit über die Hintergründe der genial durchdachten Story im Unklaren gelassen wird; was ich – nachdem ich inzwischen erfahren habe, dass es sich um eine Trilogie handelt – auch für verständlich halte.
Die Verschwörungen und teils politisch, teils persönlich motivierten “zufälligen” Sterbefälle in jenem Buch, das vom Weg und der Ausbildung eines Auftragsmörders in einer uns fremden Welt voller seltsamer Erscheinungen und Gesellschaftsformen geprägt ist, sind vielfältig und prächtig inszeniert. Wie nahe am Geschehen der Autor die Erlebnisse des jungen Azoth, seinen Werdegang, seine Leistungen, die Hürden auf seinem Weg erzählt und mit wundervollen Details ausschmückt, aber dem dreckigen Stil der Verbrecher “des Labyrinths” auch wieder in ihren Handlungen und ihrer offensichtlicheren Sprechweise durchscheinen lässt, genau das macht den Flair dieses Buches aus. Auch wenn mir manch Umgebung oder mancher Umstand unerklärlich erscheint, so sind die menschlichen Aspekte und Entscheidungen der Charaktere durchwegs gut nachvollziehbar.
Ich will es nicht leugnen: Der Werdegang Azoths zum Blutjungen (die Bezeichnung für magisch begabte Attentäter) ist genauso steinig und blutig wie man es erwartet und die Hindernisse sind zahlreich. Zahlreich sind im Übrigen auch die Stellen des Buches, an denen übermäßige Details den Geschmack der Action des Moments etwas verwässern, die Eigendynamik der Situation geht teils verloren.
Bedauerlich, das muss ich sagen, nichtsdestotrotz wurde der zweite Teil der Trilogie bereits vorbestellt.
Update 1
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich meinem geschätzten Bekannten black_caeser das Buch geliehen, da er mein Interesse an Fantasy-Literatur teilt. Zuerst wollte er nur einen kurzen Kommentar hier hinterlassen; als dieser jedoch umfangreicher und umfangreicher wurde, beschloss er, ihn lieber bei sich im Black Folium unterzubringen. So wurde aus dem Kommentar ein eigenständiges Buchreview, das ich hier gern verlinke.





Beautiful Disaster
Lilo per Mail:
beim Lesen des Berichtes ist mir der Schauer über den Rücken gelaufen (wahrscheinlich habe ich zu viel Phantasie)