Story of the Year – The Constant
Story of the Year, eine Band aus den Staaten, welche unter der breiten Masse weniger bekannt sein dürfte, veröffentlichte am 16.02.2010 ihr neues Album “The Constant”. Genremässig kann man sie in die Post-Hardcore als auch in die Alternative-Rock Richtung einordnen. Leider mussten sie ihre Supporttermine im Januar für die Band “Enter Shikari” absagen. Jedoch werden Story of the Year im Frühling/Sommer auf eine eigenständige Europa-Tour gehen. Kennengelernt habe ich sie durch Angandi. Chronologisch hörte ich mir ihre Alben an und sofort erreichten sie den Status einer Lieblingsband von mir. Könnte das neue Album daran anknüpfen?
Prestigeobjekte sind fein
“The Constant” hatte ich mir auf dem Onlineshop des Labels “Epitaph” vorbestellt. Zur Auswahl standen zwei Versionen des Albums. Entweder nur die CD oder sozusagen ein “Special Edition”-Packet mit CD, Shirt, Poster, Sticker. Ich entschied mich für letzteres. Manchen ist sicherlich schon das leicht veränderte Cover des Albums aufgefallen; die ersten 300 Vorbesteller der “CD+Shirt” Version erhielten von der Band unterschriebene Booklets; ich zählte zu diesen Glücklichen. Das Poster finde ich akzeptabel, es bildet die Band mit dem Cover des Albums ab. Der Sticker ist entbehrlich, aber ein netter Bonus. Im Gegensatz dazu steht das Shirt. Man hatte die Wahl zwischen einem weißen und einem schwarzen; ich entschied mich für das weiße (irgendwie steh’ ich überhaupt nicht mehr so auf schwarze Shirts wie damals). Das Motiv gefällt mir jetzt nicht so gut (siehe Bild), was bei mir allerdings viel schlimmer aufstößt, ist die Tatsache, dass der Aufdruck an einigen Stellen weiße Striche aufweist bzw. einen mangelhaften Druck beweist; z.B. einige Buchstaben und auch das Motiv… Da stellt sich mir schon die Frage, wieso sie solche Mangelware verschicken. Nichtsdestotrotz ist die Lieferung positiv anzumerken. Ich erwartete das Album natürlich am Releasetag (den 16.2.2010) an meiner Haustür, leider kam es nicht. Dafür bekam ich jedoch eine E-Mail, mit deren Anleitung ich mir das komplette Album (mitsamt Bonustracks) runterladen konnte, also die Download-Version des Albums, kostenlos! So konnte ich die Wartezeit bis mein Paket ankommt mit dem Anhören des Albums überbrücken. Sehr gute Idee, sollten eigentlich alle Bandshops anbieten.
The Constant
Um ehrlich zu sein: Ich mag keine neuen Alben meiner Lieblingsbands oder sehr guter Künstler. Meist hängen diese den Vorgängeralben hinterher, haben einen neuen Stil, machen einige Dinge ungewöhnlich neu, was vorerst zu Ablehnung führt.
Deshalb eine kurze Zusammenfassung von den drei älteren Alben von Story of the Year:
#1 Page Avenue: Ein Mix aus Alternative-Rock, Post-Hardcore, kräftigen Balladen, gewürzt mit Screamo.
#2 In the Wake of Determination: Mein favorisiertes Album von ihnen. Sehr viel weniger Alternative-Rock und noch weniger Balladen als beim ersten Album. Harte Gitarrenriffs und insgesamt versprühen die Lieder etwas Düsteres. Post-Hardcore in der Fokussierung.
#3 The Black Swan: Eine Mischung aus dem ersten und zweitem Album. Nur wurde die Härte gegenüber dem zweiten im Allgemeinen zurückgestellt. Sozusagen Alternative-Rock mit ein wenig Post-Hardcore, jedoch mit kaum Screamo. Teilweise vergleichbar mit dem ersten Album (da große Abwechslung besteht), doch sehr viel mehr in die Mainstreamrichtung tendierend.
Tracklist “The Constant”
- The Children Sing (Anspieltipp)
- The Ghost Of You and I (Anspieltipp)
- I’m Alive
- To The Burial (Anspieltipp)
- The Dream Is Over (Anspieltipp)
- Remember A Time
- Holding On To You
- Won Threw Ate (Anspieltipp)
- Ten Years Down
- Time Goes On (Anspieltipp)
- Eye For An Eye
Bonus Tracks
12. Your Unsung Friend
13. Tonight We Fall
Nunja, und das neue Album “The Constant”?
Fangen wir mal vorne an. Schon bevor es releast wurde hat Story of the Year etliche Monate zuvor einen neuen Song davon der Öffentlichkeit bekannt gemacht, “To The Burial“. Die Strophen mochte ich von Anfang an, sie sind schnell, hart und perfekt zum rocken. Jedoch stieß der Chorus anfangs bei mir nicht auf Sympathie, ich empfand ihn langweilig; durch öfteres Hören des Songs änderte sich dies, ich musste mich nur ein wenig reinhören. “To The Burial” ist für mich sogar eins der besten Lieder von dem Album. Als erste offizielle Singleauskopplung wurde dann “I’m Alive” herausgebracht, an welchem ich sofort Gefallen fand. Es ist eine kräftige Ballade und hält sich von Stil her an die älteren ruhigen “Story of the Year-Songs”. Und der Rest des Albums? Stirnrunzeln begleitete mich während den ersten Durchhöraktionen. Nicht, weil sie hier einen neuen Stil wählten, sondern weil der Fokus verstärkt auf einem ihrer bekannten Stile liegt. Nämlich dem Alternative-Rock.
Wurde man noch beim Vorgängeralbum “The Black Swan” von einer guten Auswahl von ruhigen, rockigen und harten Liedern bedient, bekommt man bei “The Constant” erstmal eine gewaltige Ladung ruhigere Songs ins Ohr geworfen. Wobei ich mich jetzt nicht auf das Adjektiv “ruhig” begrenzen will. Bei “The Black Swan” waren die Alternative-Rock Tracks von den instrumentalischen Reizen des Post-Hardcores verziert, und versprühten Härte, wegen den vorhandenen harten Riffs, der Bass war stark und es dröhnte aus den Boxen, es war toll zum Headbangen, auch ohne Aggressivität. Jedoch prägen die Alternative-Rock Songs in “The Constant” nur Alternative-Rock, teilweise leicht poppig angehaucht; die liebgewonnene Härte fehlt teilweise und führte zu Ernüchterung.
Das Album wirkt für mich wie eine Mischung aus “Page Avenue” und “The Black Swan”.
Mir fiel es vor allem zu Beginn enorm schwer das neue Album zu genießen, da ich bei manchen Liedern automatisch mit älteren vergleichen musste. Allerdings ändert sich dies schnell, wenn man es akzeptiert und man mal ignoriert wie man die vorherigen Alben findet. Dann bekommt man doch noch weitere wirklich hörenswerte Titel geliefert. Zum Beispiel der erste Song “The Children Sing“, dieser ist mal was erfrischend Neues. Naja, ok, in diesem singt ein Kinderchor den Chorus, manchen wird dies sicherlich nicht zusagen, doch gerade dies und der Zusatz von rockigen Elemente gefällt mir. Ich finde den Song gut zum Entspannen. Ein anderer der dafür gut ist, hört auf den Namen “Remember A Time“.
Der Chorus ist irgendwie komisch, er hört sich anders an, wahrscheinlich wegen den etwas chaotisch wirkenden Instrumenten, aber das macht den Titel zu was gutem.
“The Dream Is Over” geht dagegen schnellere Wege, ein flotter Track, dennoch Alternative-Rock, gefällt mir sehr gut. Ein anderes Lied was mir ins Auge stieß… pardon ins Ohr, war “The Ghost Of You and I“; hier wird nicht allzu viel neues gewagt, dennoch ein kräftiges Lied mit ruhigen und lauten Passagen. Ruhig ruhig ruhig, man, geht es auch mal aggressiver? OHJA, geht es! Als ich “Won Threw Ate” das erste Mal hörte, wurde ich schon sofort umgehauen; heftig, Aggressivität pur, vergleichbar mit “Choose Your Fate” (von “The Black Swan”); der Anfang ist ziemlich gut spannungsaufbauend (man hätte es ein wenig länger ziehen können), und dann geht es mit bombastischem Sound (und mit bombastisch meine ich, wie mit einer Bombe) weiter, die Instrumente sind hier gut auf den harten Stil abgestimmt. Und leider zählt er mit “To The Burial” und “Eye For An Eye” zu den härtesten Tracks. Achja, bei “Eye For An Eye” finde ich den Titelnamen ziemlich cool. Dennoch enttäuschte mich der Song ein wenig, der Ansatz ist gut, aber die Umsetzung nicht… kurz: ich finde den Chorus gerade noch “ok”, jedoch wirkt der Song aufgesetzt. Potential verschenkt. Einen weiteren ruhigen Track gibt es dennoch: “Holding On To You“, finde ihn mittelmäßig; besonders ist nur der Anfang mit dem schönen Pianointro.
“Ten Years Down” mit seinen guten Lyrics und seinem flotten Tempo gesellt sich zu den am meist Geliebtesten auf dem Album. Genauso wie “Time Goes On“, er erinnert mich teilweise an den Song “Anthem” von der Band Zebrahead. Der Chorus ist ähnlich; an einer Stelle heißt es “Time Goes on and on and on and on”, bei Zebrahead heißt es “Let the good times roll on and on and on”, hört sich irgendwie gleich an.
Offiziell sind es gerade mal nur 11 Lieder, ziemlich wenig für meinen Geschmack… da fragt man sich schon was die Band in der ganzen Zeit gemacht hat, 14-15 finde ich für angemessener. Es gibt aber noch die Bonus Tracks. Man, wie ich Bonus Tracks hasse. Sie werden einfach manchen Fans vorenthalten. Legal bekommen habe ich sie durch den CD-Download, auf der CD selbst sind diese nicht enthalten. Sind auch nur zwei Stück und wenn ich bedenke, dass es bei “The Black Swan” 5 Titel waren und allesamt sogar deutlich besser waren als die “richtigen” Titel… naja, also “The Unsung Friend” ist durchschnittlich. Den Schluss stellt “Tonight We Fall“; allerdings ist er ziemlich gelungen. Intrumentalisch, Melodisch und Gesanglich ist er top, am Ende gibt es sogar eine kurze Schreistelle.
Anspieltipps sind in der Tracklist enthalten.
Fazit
“The Constant” wollte bei mir am Anfang keinen Anklang finden, jedoch bewirkte die Gewöhnung Wunder. Weniger hart, mehr in die Richtung von Alternative-Rock gehend, aber dennoch ihrem alten Stil treu. Insgesamt ein sehr gutes Album.
Auf ihre geplante Europa-Tour im Frühling/Sommer freue ich mich schon und hoffe auf eine Konzertstadt in meiner Nähe. Die neuen Lieder sind zwar gut, trotzdem würde ich gerne mehr von den älteren hören; sprich, nicht allzu viel von den neuen.
Update: Derzeit stehen für Deutschland folgende Konzerte an:
- 16. April Saarbrücken
- 21. April Stuttgart
- 22. April Köln
1. Keine der Städte ist in meiner unmittelbaren Nähe (wieso nicht Mannheim oder Frankfurt?!).
2. Ende April bin ich schon total belegt mit anderen Konzerten.
3. Konzerte gerade mal 1,5 Monate vor dem Termin bekannt zu geben, ist eine ziemliche Frechheit.
4. Es regt mich richtig auf, und hoffe, dass sie im Laufe des Sommers wieder kommen… Mitteldeutschland wird es wohl aber nicht mehr… ich tippe eher auf München, Hamburg und Berlin. Naja, abwarten.


Beautiful Disaster
Also mich hat das Album bis jetzt alles andere als überzeugt. Bin aber momentan auch eher auf dem Zebrahead Trip. Echt wahnsinn wie viel du über nur ein Album schreiben kannst, net schlecht.
Kann mich nur anschließen: The Children Sing ist herrlich umgesetzt und ein akustischer Hochgenuss, der mich in gewisser Hinsicht an P.O.D.s “Youth of the Nation” erinnert, dass ich ebenfalls sehr gern höre.