btn

Dublin 2010 – My Irish Republic Adventure, Reisebericht

Kapitel eins – On the Road again

Nach fast zwei Jahren Pause ging es für mich endlich wieder los, zu neuen Ufern und zu neuen Abenteuern. Erneut zu den britischen Inseln, auch wenn man im Falle von Irland besser von einer atlantischen Insel sprechen sollte, denn bekanntlich ist das Verhältnis zum “Empire” eher gespalten. Aber egal, am Morgen des 3. Aprils ging es von Frankfurt-Hahn Richtung Dublin Airport, ins Herz der irischen Republik; aus Kostengründen mit der bekannten Billigfluglinie Ryanair, was bei Kurzstrecken wie dieser aber mehr als nur legitim ist. Nach knapp zwei Stunden Flug, der unter anderem über Dover und London führte, landete ich schließlich am Flughafen von Dublin. Von dort aus ging es mit dem Bus weiter zum Hotel “Jurys Inn” und damit in die Parnell Street, nahe aller sehenswerten Punkte der Stadt. Kurz noch was zu dem besagtem Hotel, das zu einer großen, für seine Qualität bekannten Kette gehört; einfach nur klasse, bis auf einen Punkt: Die Aussicht aus meinem Zimmer war eher Geschmackssache, denn sie zeigte einem den emsigen Betrieb der hiesigen Stadtreinigung. Doch wozu gibt es Vorhänge, alles andere war wie gesagt astrein.

Kapitel zwei – Proud of a Nation

Am nächsten Tag, dem Ostersonntag, geriet ich unmittelbar in eine Militärparade zum Gedenken an den 94. Jahrestages des Osteraufstands gegen die britische Besatzung von 1916. Nach einigen Sicherheitskontrollen befand ich mich in der “Public-Viewing Area” und genoss die Show. Das Dargebotene war mehr als eindrucksvoll: Ein Aufmarsch von allen möglichen Uniformen, inklusive einer Flugstaffel, die extrem niedrig an den staunenden Massen vorbeiflog. Höhepunkt war aber die Ankunft der politischen Prominenz Irlands. Staatspräsidentin samt Verteidigungsminister gaben sich die Ehre. Und unmittelbar hinter mir versammelten sich die Veteranen jener Tage und die stolzen Nationalisten, die die damals verfasste Verfassung inbrünstig vortrugen. Abgelenkt wurde ich nur durch ein paar Wortfetzen, die mir zwei leidenschaftliche Frauen aus “Bella Italia” präsentierten und die gar nicht zum “britischen Understatement” passten. Aber dafür in jeder Hinsicht mein Herz zum Hüpfen brachten. Verwirrt von so vielen Eindrücken begab ich mich zum Entspannen direkt in den nächsten Pub. Guinness ließ grüßen.

Kapitel drei – What’s the craic?/Irische Pubs

“Guinness is good for you”, aber auch die anderen Köstlichkeiten, flüssiger und fester Natur konnten einen überzeugten “RGF” Terroristen mehr als überzeugen, Rote Gourmet Fraktion meine ich natürlich. In den unzähligen Pubs der irischen Hauptstadt genoss ich diverse dunkle Biere der Stout-Gebräuart oder auch den einen oder anderen Whiskey, der ebenso gut mundete. Wenn es ein bisschen weniger Alkohol sein sollte: Auch mal einen Cider aus vollmundigen Äpfeln der grünen Insel. Soviel zum “Wasser des Lebens”, wie die Iren den Alkohol poetisch erklären. Was die feste Nahrung anbelangt, mag ich dem geneigten Leser besonders eine Gastlichkeit wärmstens empfehlen. Das Gallaghers Boxty House im berühmt berüchtigten Temple Bar Viertel serviert erstklassige einheimische Küche, wovon ich mich dreimal überzeugen konnte. Der “Boxty” ist übrigens ein gefüllter Pfannkuchen aus Kartoffelteig, der mit diversen deftigen Füllungen daher kommt. Aber auch der Klassiker “Irish Stew” ist hier zu empfehlen; das darin enthaltene Lammfleisch ist zart wie Butter. Als Vorspeise geradezu himmlisch, die saftigen Austern aus der Bucht von Galway oder der geräucherte Salmon, also Lachs, der mit frischen Kapern und dunklem Brot serviert wird. Als Nachspeise entweder weiter deftig mit einem irischen Käseteller oder süß wie das Leben selbst mit einem köstlichen Kuchen, natürlich hausgemacht.

Kapitel vier – My Goodness/An der Küste

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie erinnerte mich mein Tagesausflug an die Küste von Howth an den Kult-Comic Asterix, speziell an den Band “Asterix bei den Briten”. Aber trotz derartiger Gedanken, war dies wohl das schönste Erlebnis meiner fünftägigen Reise. Weil ich den Ozean und alles was damit zu tun hat über alles liebe. So schlenderte die deutsche Landratte am Hafen entlang und genoss die frische Seeluft und das Treiben der Fischerboote, zwischen denen immer wieder graue Seehunde auftauchten. Auch kecke Möwen und andere Küstenbewohner erregten das Interesse des geneigten Naturfreundes. Nach einem überaus entspannten Mittagessen in gechillter Jazz-Atmosphäre ging es weiter Richtung Steilküste. Dort steht auch das sogenannte Balscadden House indem der bekannte Dichter W.B Yeats von 1880 bis 1883 lebte. Der Ausblick von dort war übrigens atemberaubend. “No Line on the Horizon” eben, U2 lässt grüßen.

Kapitel fünf – Der Phoenix aus der Asche

Auch empfehlenswert, besonders nach durchzechten Partynächten ist die grüne Lunge Dublins, der Phoenix Park. Übrigens der größte Stadtpark Europas und sogar größer als New Yorks Central Park. Inmitten dieser gepflegten, gezähmten Natur steht auch die “Aras an Uachtarain”, die Residenz des Staatsoberhauptes. Man lässt sich einfach auf einer Parkbank nieder und schaut dem munteren Treiben zu: Jogger, Hunde samt Herrchen, Rugby-Spieler, Rotwild, Junkie. Zum Ausklang meiner Reise vernahm man unweit des Trinity College Harfentöne. Engelsgleich entschwob ich der Republik und landete sicher zurück in der deutschen Wirklichkeit.

Epilog – Home Sweet Home/Back to Germany

Dort zurück in der alten Heimat kam mir alles seltsam fremd und trotzdem vertraut vor. Dabei war ich doch nur fünf Tage weg. Egal, komfortabel ging es mit dem Hahn-Airport Shuttle der ORN zurück nach Mainz und direkt in den Hof meines Vaters. Der Werkstatt des Betriebes natürlich. Auf dem Weg nach Gau-Bickelheim erklärte ich ihm noch woran man sofort erkennt das man wieder in der Bundesrepublik ist. Nämlich an den Autobahnen, die man schon von oben erkennt und die derart weltweit einzigartig sind. Und die wir nicht einem Österreicher mit Schnauzbart zu verdanken haben. Zurück im Schoß meiner Mutter und stürmisch begrüßt von meinen geliebten Hunden, träumte ich schon von neuen Abenteuern.
“I have spread my dreams under your feet. Tread softly because you tread on my dreams”
William Butler Yeats

  1. Sehr schöne Homepage mit sehr interessanten Berichten hast du da! Und mit sovielen schönen Fotos, toll! Irland ist schon ein sehr schönes Land, besonders landschaftlich einfach unverwechselbar. Wie war es denn, nach der Zeit wieder zurück in Deutschland zu sein? Kam dir alles trist und grau vor?

      • Dennis
      • 27. Apr. 2011

      Ja,zuerst kam mir alles seltsam trist und grau vor, aber mit der Zeit hat man sich wieder an die alte Heimat gewöhnt. Und danke für dein Comment :)

  1. Noch keine TrackBacks.